Eine eigenständige Übersetzung der ganzen Bibel aus den Grundsprachen ins Deutsche – einschliesslich der deuterokanonischen Schriften.

Die LYRIS-BIBEL entsteht aus der Liebe zur Sprache und zur Bibel als Lebensgrundlage. Sie verbindet Nähe zum Grundtext mit einem gehobenen, lebendigen und verständlichen Deutsch in Schweizer Orthografie.

Was die Übersetzung prägt

Drei Grundsätze sind verbindlich: den Sinn bewahren, sprachwissenschaftlich redlich arbeiten und nichts glätten. Was im Grundtext fremd, hart oder anstössig ist, darf es auch im Deutschen bleiben. Unsicherheiten werden offengelegt.

Bei der sprachlichen Gestaltung zählt zuerst die Ausdruckskraft, dann die Verständlichkeit, die literarische Form und die einheitliche Wiedergabe wichtiger Begriffe. Die Wortstellung der Ausgangssprache tritt zurück, wenn sie einem guten deutschen Satz im Weg steht.

Die LYRIS-BIBEL bewahrt Bilder, statt sie zu erklären, und lässt die biblischen Verfasser in ihrer eigenen Sprache sprechen: Paulus klingt anders als Markus, Jesaja anders als die Sprüche. Sie vermeidet fromme Floskeln, unnötig altertümliche Wörter und Deutungen, die der Grundtext nicht trägt. Wo eine gemischte Gruppe angesprochen ist, steht «Brüder und Schwestern». Der Gottesname wird mit HERR wiedergegeben.

Die Textgrundlagen

Grundlage sind der masoretische Text nach dem Codex Leningradensis für das Alte Testament und das SBL Greek New Testament für das Neue Testament. Weitere Ausgaben und alte Textzeugen werden zum Vergleich herangezogen. Wichtige abweichende Lesarten stehen in den Fussnoten. Eigennamen folgen den Loccumer Richtlinien.

Wie die LYRIS-BIBEL entsteht

Die Arbeit erfolgt in zwei Schritten:

1. Übersetzung mit künstlicher Intelligenz

Ein Sprachmodell – Claude von Anthropic – erarbeitet die Texte Kapitel für Kapitel aus dem Hebräischen, Aramäischen und Griechischen. In diesem Schritt werden keine bestehenden deutschen Übersetzungen herangezogen. Das Modell untersucht Satzbau und Wortbedeutungen, wägt mögliche Formulierungen ab und begründet seine Vorschläge.

Zu jedem Kapitel entstehen Fussnoten und ausführliche Übersetzungsnotizen, der sogenannte Apparat. Sie dokumentieren Entscheidungen, Alternativen und offene Fragen. Ein fortlaufendes Glossar hält wichtige Begriffe und sprachliche Zusammenhänge fest. Nach jedem Buch folgt eine Prüfung aller Kapitel auf Grundtexttreue und Konsistenz. Erst danach erhält es die Bezeichnung «Fassung 1». Änderungen bleiben nachvollziehbar.

2. Prüfung und Schlussredaktion durch LYRIS

Die letzte Entscheidung liegt beim Menschen. LYRIS prüft jeden Text am Grundtext, vergleicht ihn nun mit etablierten deutschen Übersetzungen und verantwortet die endgültige sprachliche Gestalt. Grundlegende Übersetzungsfragen werden ausdrücklich entschieden; offene Stellen bleiben als vorläufig gekennzeichnet.

Diese Arbeitsteilung wird offengelegt, damit Leserinnen und Leser wissen, wie die Übersetzung entsteht.

Ein Werk in Arbeit

Kapitel erscheinen zunächst als Rohfassung und werden sich mit der Zeit weiterentwickeln. Fussnoten erläutern abweichende Lesarten und unsichere Wörter; der Apparat macht die Übersetzungsentscheidungen nachvollziehbar.