Buch II erweitert den Horizont: Neben individuellen Klagen treten stärker Gemeinde- und Reichs-Perspektiven. Mehrere Psalmen stammen aus dem Umfeld der Korachiter (Ps 42–49) und thematisieren Sehnsucht nach Gottes Nähe, Gottesdienst und Tempel. Gleichzeitig finden sich gewichtige Texte über Gottes Königsherrschaft und gerechte Ordnung (u.a. Ps 72 als Königspsalm). Typisch ist die Spannung zwischen äußerer Bedrohung und innerer Hoffnung – oft in einer Sprache, die das kollektive Schicksal des Volkes mitschwingen lässt. Dieses Buch endet mit einer Doxologie und dem Hinweis „Die Gebete Davids … sind zu Ende“ (Ps 72,18–20), was redaktionell wie ein Einschnitt wirkt.


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